Aller Abschied fällt schwer...


Worte, die wohl so ziemlich genau am Dienstag meine Gefühlslage beschrieben haben. Denn am Dienstag war es soweit und nach 3 Monaten wunderschöner Arbeit mit den Kindern, mit dem Team und den Eltern, war mein letzter Arbeitstag angebrochen.
Aber bevor wir dazu kommen, hole ich einmal etwas weiter aus und erzähle euch allgemein etwas über meine Einrichtung und wie meine Zeit dort verlaufen ist, damit ihr das Ganze auch etwas besser nachvollziehen könnt.

Wie einige von euch bereits wissen, befinde ich mich derzeit in der Ausbildung zur Erzieherin. In dieser Zeit hat man glückerweise auch mehrere praktische Teile zu bearbeiten.
Mir war für die erste praktische Ausbildung vorgeschrieben, diese mit Kindern im Alter von 6 bis 20 Jahren durchzuführen.
Für mich ging es in eine Schulkindbetreuung in einem Kinder- und Jugendzentrum. Die
Schulkindbetreuung hatte Kinder im Alter von 6 bis 9 Jahren und das Jugendzentrum wurde immer von etwa 6 bis 16 jährigen Kindern und jungen Erwachsenen besucht.
Wenn ihr gern noch mehr über dieses Berufsfeld und meine Erfahrungen darin wissen möchtet, lasst mich das ruhig wissen, dann werde ich ein anderes Mal darüber gern noch mehr erzählen.



Für mich persönlich war es auch das erste Mal, dass ich Erfahrungen in diesem Bereich sammeln durfte. Ich war nun 3 Monate dort und habe in dieser Zeit viel dazugelernt und über mich hinauswachsen können. Ich habe mit den Kindern ein mehrwöchiges Projekt durchgeführt, bei dem sie selbst eine eigene Faschingsfeier vorbereitet, geplant und schlussendlich durchgeführt haben. Für mich als angehende Erzieherin und für die Kinder als Gruppe, war das ein volles Erfolgserlebnis.

Auch im Alltag habe ich unglaublich viele schöne, emotionale, lustige, aber auch herausfordernde Situationen erlebt. Ich habe versucht, jedes Kind so gut wie nur möglich kennenzulernen, gewisse Handlungen von ihnen nachzuvollziehen und zu möglichst jedem Kind eine gewisse emotionale Bindung aufzubauen. Dabei stand mir stets ein tolles Team zur Seite, was mich in allen Punkten zu 100% unterstützt hat, mir so viele hilfreiche Tipps gegeben hat und was einfach aus Menschen besteht, die ich in dieser Zeit unglaublich zu schätzen gelernt und fest in mein Herz geschlossen habe.
Und genau das sind Gründe, die mir meinen Abschied am Dienstag umso schwerer gemacht haben. Ich bin bereits mit einem mulmigen Gefühl aufgestanden und das hat sich den ganzen Tag so hingezogen. Klar, ich habe die gesamte Zeit in der praktischen Ausbildung sehr genossen, aber gerade an diesem Tag, ist mir das noch einmal so richtig bewusst geworden und ich habe jeden Augenblick einfach aufgesaugt, als ob ich nie wieder sowas in meinem Leben erleben könnte.

Auch den Kindern hat man angemerkt, dass sie sehr nervös waren und die Stimmung einfach etwas angespannter war, als sonst, weil sie wussten, heute ist für sie und für mich ein besonderer Tag.
Sie hatten gemeinsam mit meinen Kollegen eine kleine Abschiedsfeier für mich vorbereitet und lockten mich so am Nachmittag in unseren Medienraum. Ich setzte mich an den Tisch und nach und nach kam einer meiner Glückspilze hineinspaziert und überreichte mir ein kleines Abschiedsgeschenk und ein paar liebe Worte für die Zukunft.



Ich war so berührt, die ganze Situation erdrückte mich, ich war so stolz, glücklich und endlos traurig zugleich. Stolz, weil ich während meiner Zeit dort auch meine praktische Zwischenprüfung, Dank der tollen Zusammenarbeit, erfolgreich hinter mich gebracht hatte. Glücklich, weil man einfach gemerkt hat, dass die ganze Freude und Traurigkeit auf Gegenseitigkeit beruht und ich so viele tolle Persönlichkeiten kennenlernen durfte, die mein Leben bereichert haben. Und traurig… ich glaube, das erklärt sich hier von selbst. Einfach weil es vorbei war. In dem Moment realisierte ich, dass das meine letzten Momente mit den Kids sind und dass ich schon morgen wieder im Klassenraum sitzen und den Lernstoff inhalieren werde.
Nachdem alle Kinder mir ihre kleinen Andenken an sie überreicht hatten, fing ich an, alles anzuschauen, da sie unbedingt wissen wollten, wie ich drauf reagieren würde.
Unter den ganzen Geschenken befanden sich unzählige, selbstgemalte Bilder. Ich freue mich immer, wirklich immer, über jedes selbstgemalte Bild und es gibt keines, was keinen Platz in meinem Ordner dafür findet. Ich würde es nie über’s Herz bringen, eines davon wegzuwerfen. Das sind einfach Sachen, mit denen Kinder dir ihre Zuneigung dir gegenüber offenbaren und ich finde, das sollte genauso wertgeschätzt werden, wie jedes andere Geschenk auch.

Als nächstes Geschenk gab es eine wunderschöne Tasse, mit einem sehr bewegenden Spruch – „Hinter jedem lebensfrohen Kind steht eine Erzieherin, die ihre Arbeit mit Liebe macht.“ Ich habe diesen Spruch des Öfteren bereits gelesen und er hat mir jedes Mal ein Schmunzeln ins Gesicht gezaubert, weil er einfach so schön und vor allem so wahr ist.

  


Und als Letztes gab es mein persönliches Lieblingsgeschenk – Ein Fotoalbum.
Oh man, was habe ich mich da gefreut. Es ist so unglaublich süß gestaltet. Jedes Kind hat eine Seite in diesem bekommen, welche es mit einem  Foto von ihm beklebt und jeder einen Spruch oder einen Wunsch für mich hinterlassen konnte. Außerdem hat jeder ein selbstgemaltes Bild hineingeklebt. Danach kamen noch ganz viele Bilder von den verschiedenen Angebotstagen meines Projektes. Für mich hätte es kein schöneres Abschiedsgeschenk geben können, ich liebe einfach solche persönlichen Geschenke, da diese einfach so viele Erinnerungen enthalten und ich mir sowas total gern im Nachhinein noch einmal anschaue und es mir oft ein Schmunzeln ins Gesicht zaubert.

Alles in Allem kann ich sagen, dass ich eine unfassbar schöne Zeit dort verbracht habe, viele kleine, tolle Persönlichkeiten kennengelernt habe, viel Neues dazugelernt, aber auch Sachen weiterentwickelt habe und vor allem habe ich mich selbst und mein Können schätzen gelernt.
Es war eine tolle Erfahrung, welche mein Leben sehr bereichert hat und ich werde die Kinder und das gesamte Team sehr vermissen.





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