Warum ich Erzieherin werden möchte...


Diese Frage lies mir gestern die liebe Marie zukommen und ich dachte mir, da das Thema ein sehr umfassendes ist, packe ich alles zusammen gleich in einen Beitrag, sodass ich sie allen interessierten Leser gleich beantworten kann. Eigentlich fing alles schon sehr früh an. Schon im Kindergarten habe ich meiner Mama alles nachgeahmt, was sie mit mir gemacht hat. Hat sie mir Sachen für den nächsten Tag herausgelegt, so tat ich das gleiche für meine Puppe. Ich sollte meine Zähne putzen, durfte meine Puppe natürlich nicht mit ungeputzten Zähnen ins Bett gehen.
Freunde meiner Familie hatten eine kleine Tochter, sie war gerade 1,4 Jahre alt, als ich bereits 4 war. Auch diese versuchte ich immer besonders zu bemuttern, versuchte immer eine Art kleines Vorbild für sie zu sein und beschützte sie, als wär sie meine kleine Schwester. Auch im Allgemeinen hatte ich immer eine Art Beschützerinstinkt für kleinere Kinder. Ich spielte immer mit ihnen und hatte unfassbar große Freude daran, auf sie dabei gut aufzupassen. Das konnte man auch wieder gut bemerken, erzählt mir meine Mama noch heute so oft, als ich mit 5 Jahren endlich große Schwester wurde. Ich habe mir schon immer ein kleines Geschwisterchen gewünscht und war unglaublich glücklich, als es endlich soweit war. Ich wollte meine kleine Schwester am liebsten den ganzen Tag nur knuddeln und war so neugierig, bei Allem, was meine Eltern mit ihr anstellten und hätte es am liebsten auch alles sofort ausprobiert. 

In der Grundschule, so etwa 3. bis 4. Klasse, war dann die Zeit der Freundebücher gekommen. Als meinen Traumberuf schrieb ich immer "Säuglingsschwester und in meiner Freizeit Kinderbuchautorin." Ja, auch damals habe ich schon sehr gern geschrieben, was man daran sieht. Ich habe mir stets und ständig neue Kindergeschichten ausgedacht und in mein Geschichtsbuch geschrieben. Einige davon habe ich bis heute noch. Und dennoch habe ich niemals den Gedanken abgelegt, dass ich später definitiv etwas mit und für Kinder machen möchte.



Zudem bekam ich dann mit 12 Jahren auch noch meinen kleinen Bruder. Ich glaube jeder, der mich kennt, weiß, dass ich die stolzeste große Schwester bin, die man sich nur vorstellen kann. Ich habe dieses kleine Wesen von Anfang an vergöttert und tu es bis heute noch. Meine beiden Geschwister. Für mich gibt es nichts schöneres, als die beiden um mich herum zu haben, aber ich denke, das kennt so fast jeder, der Geschwister hat, denn Familie ist einfach Alles. 

In der weiterführenden Schule hatte ich dann in der 8. Klasse auch mehrere Möglichkeiten, Praktika zu absolvieren und diese habe ich – Spannung wird aufgebaut – im Kindergarten und in der Krippe gemacht und ich kann wirklich sagen, dass diese mich nur noch einmal bekräftigt haben, dass das wirklich genau das ist, was ich möchte. Ich habe auch, um mir wirklich sicher zu sein, ein Praktikum in einem und eines als Floristin durchgeführt, welche mir allerdings nicht so gefallen haben. Dennoch waren sie eine wichtige Erfahrung für mich, da mich das nur wieder darin bestätigt hat, was ich schon immer dachte – Ich möchte Erzieherin werden! 


Und darauf arbeitete ich auch immer hin. Der Gedanke daran spornte mich an und machte mir Mut und gab mir Kraft, die Schule durchzuziehen, mich immer anzustrengen und das Beste aus mir rauszuholen, bis ich letztendlich meine erste Ausbildung zur Sozialassistentin anfing. Der erste richtig große Schritt war also gemacht. Im letzten Jahr konnte ich die Ausbildung dann erfolgreich beenden. Die erste große Hürde war geschafft und die nächste begann. Einerseits viel einem ein riesen Stein von Herzen, weil es geschafft war und andererseits war da trotzdem noch die große Last, dass der nächste Meilenstein, nämlich die Ausbildung zur Erzieherin, noch vor einem liegt... 


So, und nun stehe ich hier. Wohne mit meinem Freund zusammen in Braunschweig und habe hier fast mein erstes Jahr der Ausbildung rum. Meine Zwischenprüfung ist komplett zufriedenstellend ausgefallen, ich bin glücklich. Es ist nicht einfach, ganz und gar nicht. Wie oft sitzt man zu Hause, weiß nicht wo man anfangen soll, ist total überfordert, die Nerven liegen komplett blank. Aber wer hat gesagt, dass es einfach werden wird? Ich weiß, dass ich es will, nur das und nichts anderes. Und dabei ist es wichtig, Menschen zu haben, auf die man bauen kann, die einen aus den miesen Stimmungen herausholen und dir sagen "Hey, du schaffst das!", denn sie haben verdammt nochmal Recht. Es ist mein Traum, für mich gibt es nichts, was aufbauender ist, als jedes kleinste Kinderlachen dieser Welt. Nichts gibt mir mehr und ich weiß einfach genau, wofür ich jeden Tag aufstehe. Und deshalb werde ich das durchziehen. Genau deshalb.



 

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