Travel Diary: Wenn Reiselust & Chaos sich vereinen | Kurztrip nach Berlin


4:30 Uhr, der Wecker klingelte und ich machte mich als Erstes, nach nur 2 Stunden Schlaf und dennoch ungewöhnlich ausgeschlafen und voller Vorfreude auf unseren Kurztrip nach Berlin, aus dem Bett.
Ich weckte Kay, wir frühstücken, machen uns fertig, checkten nochmals unsere Tasche und 5:55 Uhr ging es los zum Bahnhof, denn dort sollte um 7 Uhr unser Bus in Richtung Berlin abfahren. Auch bei diesem Mal haben wir uns für den Fernbusservice FlixBus entschieden, da dies für uns einfach die günstigste und angenehmste Methode ist, da der Bus direkt durchfährt und wir mit dem Gepäck nicht einmal umsteigen müssen. Und wie bereits gesagt, war der Preis für 2 Personen inklusive Hin- und Rückfahrt mit 60€, auch vollkommen angemessen. Eigentlich sollten wir 10 Uhr in Berlin ankommen, aber aufgrund von einigen Stau's, wurde daraus 10:40 Uhr. Das war aber kein Problem, da wir unsere Unterkunft sowieso erst ab 14 Uhr beziehen konnten. In Berlin angekommen, trafen wir uns mit unserem besten Freund, der aus unserer Heimat angereist kam und mit dem wir unseren Kurztrip verbrachten. Zuerst einmal überbrückten wir unsere Zeit, bis wir in die Pension konnten, indem wir uns was zu Essen holten und eine Menge Mau-Mau spielten. Das wurde übrigens zum Dauer-Wartezeitüberbrücker an diesem Wochenende. Dann fuhren wir zur Unterkunft. Übrigens waren wir bei diesem Mal in einer kleinen Pension am Rande von Berlin, in der Kay und ich schon des Öfteren geschlafen haben, wenn wir in Berlin waren. Sie bietet nicht viel außergewöhnlichen Schnick-Schnack, aber das haben wir auch überhaupt nicht gebraucht, da wir dort sowieso nur zum Schlafen und Duschen waren und sonst den ganzen Tag nur unterwegs waren.



Als wir dann endlich an der Pension ankamen, machte sich bei mir so langsam die Müdigkeit breit und hätte ich mich ins Bett gelegt, wäre ich wahrscheinlich sofort eingeschlafen. Zum Ausruhen war aber kaum Zeit, - für mich vielleicht auch besser so - denn 16 Uhr wollten wir schon in unsere erste Unternehmung starten. Es ging wieder einmal zu einem Event von unserem Spiel "League of Legends". Wir waren schon oft dort und für uns ist es immer wieder ein Erlebnis, unseren Lieblingsteams beim Spielen zu zuschauen und anzufeuern. Einige Leute können das absolut nicht nachvollziehen, wie wir uns dafür interessieren können, aber Hey - Es ist doch absolut nichts anderes als Fußball. Es gibt viele Teams, die gegeneinander spielen. Eine Fanbase, die verschiedene Teams feiert. Veranstaltung wie die EM & WM, nur eben mit anderen Namen. Also wieso, um alles in der Welt, sollte das komisch sein? Nur weil es nicht unbedingt "der Norm" entspricht? Ich sehe da absolut kein Problem und verurteile ja auch niemanden, weil er Sachen schaut, die ich nicht mag. Jedenfalls war es für uns wieder einmal ein absolutes Highlight, es hat unglaublich viel Spaß gemacht, auch wenn ich zwischendurch am liebsten für einen kurzen Moment weggenickt wäre vor Müdigkeit, wir haben ein weiteres Foto mit unseren Favorite's gemacht und es wird mir definitiv wie jedes dieser Events in ewiger Erinnerung bleiben. 


Gegen 21 Uhr neigte sich das Event so langsam dem Ende, wir gingen noch fix ein paar Sachen einkaufen und fuhren dann in unsere Unterkunft. Auch wenn diese von allen zentralen Punkten Berlins relativ weit entfernt ist, ist sie von dem Ort, an dem das Event stattfand, nur 2 S-Bahnstationen entfernt und dafür war ich an diesem Abend wirklich, wirklich dankbar, denn ich konnte einfach nicht mehr laufen, reden, Augen offen halten und bin auch sofort eingeschlafen.

Unser Samstag begann um 8:30 Uhr. Ausgeschlafen und in bester Laune starteten wir in unseren neuen Tag. Beginnen sollte dieser mit einer Sightseeingtour in einem Bus durch Berlin. Dies gestaltete sich aber etwas schwierig, da unser Bus, der uns zum Anfangspunkt der Tour bringen sollte, aufgrund einer Baustelle eine andere Strecke fahren musste und wir somit an einer Stelle aussteigen mussten, die noch 3 km entfernt war. So schlenderten wir also eine ganze Weile durch Berlin zu unserem Treffpunkt und stießen dabei auf unterschiedlichste Menschen. Wir fragten uns schon was los sei, die ganzen Straßen wurden von hunderten Polizeileuten abgesperrt und bewacht. Es war Christopher Street-Day. Und wir Unwissenden stürzten uns mitten ins Getümmel, in der Hoffnung, unsere Haltestelle zu finden. Gesagt, getan. Nach einer ganzen Weile fanden wir dann unsere Haltestelle und auch ein Sightseeingtour-Bus kam angefahren. Der Tourguide erklärte uns, dass wir genau zur richtigen Zeit kamen, denn dies wäre aufgrund einer Demonstration der letzte Bus, der an diesem Tag gefahren ist. War unser Abgehetze also doch nicht umsonst. Im Gegenteil - Wir hatten ziemlich Glück, denn wir hatten unsere Karten bereits im Vorfeld gekauft und diese wären somit verfallen. Aber zum Glück war das nicht der Fall. 


  Quelle: https://sightseeing-berlin.com/de/

Und so ging die Tour los. Wir fuhren durch Berlin und uns wurden verschiedenste Sehenswürdigkeiten gezeigt. Einige, die ganz bekannt für Berlin sind und die fast jeder schon einmal gesehen hat, der bereits in Berlin war, wie beispielsweise der Fernsehturm oder das Brandenburgertor, aber auch viele Gebäude, die einem gar nicht bewusst sind, dass sie da sind, welche aber wunderschön oder so bedeutsam für uns sind, wie zum Beispiel das Kaufhaus des Westens, das rote Rathaus, den Checkpoint Charlie, die Berliner Mauer, die Siegessäule, das Konrad-Adenauer-Haus, das Abgeordnetenhaus, die Nikolaikirche, den Dom und viele, viele weitere.

Ich entschuldige mich im Voraus für die nicht so Blog-liken Fotos, aber in dem Bus war es nicht möglich, sie besser hinzubekommen. Es folgt nun eine kleine Fotoreise durch Berlin, da ich mich nicht auf ein paar wenige Fotos beschränken konnte. Und ja - es ist dennoch nur ein Bruchteil von denen, die eigentlich alle entstanden sind.



























Die Tour ging knappe 2 Stunden und ich kann im Nachhinein wirklich sagen, dass es sich definitiv gelohnt hat. Wir haben die Tour bei  "Get your Guide" für 17€ pro Person gebucht und es hat super viel Spaß gemacht, weil man einfach so viele wunderschöne Orte gesehen hat, die man sich sonst wahrscheinlich gar nicht unbedingt von selbst anschauen würde. Und auch das Wetter war traumhaft. Die Betonung liegt auf war. Denn nachdem wir den Sightseeing-Bus verlassen und uns auf dem Weg zum nächsten Abenteuer machten, überkam uns plötzlich ein unglaublich heftiges Wetter. Es war ein halber Weltuntergang in Berlin und binnen von 20 Minuten waren die Straßen komplett überflutet. Wir konnten nicht einmal mehr die Straßenseite wechseln, ohne sonst wie weit im Wasser zu versinken. Nachdem das Gewitter sich etwas beruhigt hatte, wollten wir von der U-Bahnstation bis zu unserer nächsten Bushaltestelle zu Fuß gehen. Als wir 100m gelaufen waren, ging es aber wieder von vorne los. Und dieses Mal noch schlimmer. Innerhalb von 2 Sekunden unter freiem Himmel waren wir von oben bis unten durchnässt. Davon ließen wir uns aber nicht die Laune vermiesen, rannten zurück zur U-Bahnstation und suchten uns eine neue Verbindung und auch wenn diese länger war, als die eigentlich geplante, kamen wir irgendwann am Computerspielemuseum an, wenn auch komplett durchnässt, halb erfroren und mit 2 einhalb Stunden Verspätung. Wir waren dafür umso glücklicher, als wir es endlich geschafft hatten. Und so starteten wir unseren Rundgang durch das Computerspielemuseum. Und ich kann euch sagen - Wenn ihr in Berlin seid und auch nur ein kleines bisschen auf Zocken steht, sei es uralte oder nagelneue Konsolen, schaut dort vorbei. Genaueres zum Computerspielemuseum werde ich euch aber noch einmal in einem separaten Post in nächster Zeit erzählen.



Zum krönenden Abschluss des Tages fuhren wir zum Hauptbahnhof und gingen Burger essen bei "Hans im Glück". Ich wollte schon immer mal in diesem Laden essen gehen, aber leider gibt es den nicht in unserer Nähe. Und so schafften wir es aber wenigstens dieses Mal einmal dorthin. Und ich kann sagen - Wir wurden absolut nicht enttäuscht. Der Laden ist einfach so schick eingerichtet. Das Flair, die Einrichtung und Dekoration, die Mitarbeiter - Einfach der absolute Wahnsinn. Das Essen war relativ teuer, dafür aber qualitativ und geschmacklich auch wirklich gut. Ich habe es absolut nicht bereut und komme auch gerne wieder. 



Gegen 22 Uhr ging es zurück in die Pension. Und schon war unser letzter Morgen in Berlin angebrochen. Wir packten unsere Sachen und fuhren Richtung Bahnhof - Schön wär's gewesen. Wegen Wartungsarbeiten fielen all unsere Bahnen aus, mit denen wir nur ansatzweise zum ZOB hätten kommen können. So mussten wir also eine Alternative suchen. Eine Alternative, die uns unglaublich viel Zeit kostete. Wir sind ja keine Menschen, die auf den letzten Drücker losfahren, aber dieses Problem hat uns so viel Zeit gekostet, dass wir kurz vor knapp am Bahnhof ankamen. Und noch dazu unglaublichen Hunger hatten. Eigentlich hatten wir vor zum Bahnhof zu fahren und dort in Ruhe zu frühstücken, da wir eigentlich noch knappe 2 Stunden Zeit gehabt hätten und haben deshalb auch nichts mehr weiter eingekauft. Seit 16 Stunden hatten wir nun nichts mehr gegessen und unsere Mägen fuhren schon Achterbahn. 15 Minuten verblieben bis zur Abfahrt. Easy, denkt man sich da normalerweise. Aber alle Stände, an denen man etwas zu essen kaufen konnte, waren so überfüllt, dass es kaum möglich war, etwas zu kaufen. Aber wir wollten nicht mehr warten, denn wir hatten ja auch noch 5 Stunden, bis wir zu Hause angekommen wären. Und so stellte Kay sich noch in eine Schlange an einem Schnellimbiss an, um uns nur irgendeine Kleinigkeit zu essen zu kaufen. Ich brachte in der Zeit unser Gepäck weg und sicherte uns Plätze im Bus. Die Uhr tickte und Kay kam und kam nicht. Er war gerade fertig mit der Bestellung und wartete auf das Essen, da stieg die Busfahrerin ein und startete den Motor. Ich war angespannt und nervös, wie ein kleines Kind und hatte solche Angst, dass sie losfahren würden. Aber in dem Moment kam Kay in den Bus gestürmt. Also alles halb so schlimm gewesen, aber in dem Moment waren das die absoluten Horrominuten. Klingt das etwa hysterisch? Quatsch, oder?

Danach waren wir zumindest wunschlos glücklich. Mit vollem Magen ging es in Richtung Heimat und es fühlte sich einfach super an, als wir zu Hause wieder eintrudelten. Es war ein unglaublich toller Kurztrip nach Berlin, mit einer Menge Chaos, aber dafür mit unglaublich schönen und kostbaren Erlebnissen. Berlin hat so viel schöne Seiten zu bieten und ist immer wieder einen Besuch wert. Und auch wenn wir am Wochenende so viel von Berlin gesehen haben, war das noch längst nicht alles und wir kommen definitiv noch hundert Mal wieder.

Wart ihr schon einmal in der Hauptstadt? Was hat euch am besten dort gefallen und habt ihr noch weitere Tipps für Wochenendtrips?


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